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Geschichte des Feng Shui seit 1912

Dem zunehmenden politischen und religiösen Druck der Westmächte konnte China nicht lange widerstehen, 1912 musste der letzte chinesische Kaiser abdanken. Zu dieser Zeit kam das Feng Shui über Reiseberichte christlicher Missionare vermehrt im Westen an, freilich noch oft unverstanden und eben aus christlicher Sicht. Siehe auch: Feng Shui oder die Rudimente der Naturwissenschaft in China

Feng Shui wurde in dieser Zeit zusehends zum Instrument, alles Ausländische zu verteufeln. Gegen jeglichen westlichen Einfluss, gegen jegliches westliche Bauvorhaben, gab es plötzlich eine Vielzahl von Feng Shui Gründen die eben dieses Vorhaben unmöglich machten.

Chinesische Mauer Westliche Einflüsse wurden geradezu zu dämonischen Gefahren heraufstilisiert die mit allen Mitteln bekämpft werden müssten.

Auch westlich-wissenschaftliches Gedankengut wurde weitgehend bekämpft und als dem chinesischen Wissen unterlegen eingestuft.

Durch die zunehmende technische und politische Unterlegenheit Chinas gegenüber dem westlichen Ausland mussten die so verhasste westliche Sichtweise der Dinge schließlich notgedrungen doch noch übernommen werden.

Nach der Errichtung der Volksrepublik China 1949 wurde Feng Shui zunächst noch geduldet, da man auf die Gelehrten angewiesen war, die meist großen Einfluss in den ländlichen Dorfgemeinschaften hatten. Dennoch gaben viele Feng Shui Meister ihre Tätigkeit auf oder flohen nach Taiwan.

Mao Zedong Bild in Peking Erst ab 1958 wurden auch Feng Shui Praktiker massiv verfolgt, die Ahnenverehrung und generell die Ausübung religiöser Praktiken waren absolut verboten. Durch die große Hungersnot ab 1960 lockerten sich diese Verbote zwar wieder, wurden aber während der Kulturrevolution 1966 bis 1976 verschärft wieder eingeführt.

Jegliches traditionelle chinesische Kulturgut sollte ausgelöscht werden, religiöse Feste wurden verboten, sowie sämtliche Gottheiten oder Rituale die deren Verehrung dienten. Erlaubt waren nur noch kommunistische Symbole und natürlich Bilder von Mao Zedong.

Feng Shui fiel natürlich auch unter die verbotenen Praktiken, ebenso der chinesische Mondkalender. Beides tauchte jedoch schnell wider auf, als die Zensur gelockert wurde und China sich langsam wieder öffnete.

Die kommunistischen Machthaber setzen selbst Feng Shui ein um sich Vorteile zu verschaffen, teilweise wurden gezielt Feng Shui Maßnahmen angewandt um politische Gegner zu zerstören. Publikationen zum Thema Feng Shui waren nach wie vor verboten, es gab auch nicht mehr all zu viele Gelehrte die hätten publizieren können.

Erst ab 1994 erschienen wieder Bücher zum Thema Feng Shui, dann aber gleich in erstaunlicher Anzahl. Mittlerweile entstehen sogar Ausbildungslehrgänge an chinesischen Universitäten die auch Ausländern zugänglich sind.

In aller Ausführlichkeit findet sich das Thema Geschichte des Feng Shui im Buch des Sinologen Dr. Manfred Kubny: "Feng Shui: Die Struktur der Welt" beschrieben.

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bis 221 v.Chr. 202 v.Chr bis 420 n.Chr. 581 bis 1279 1279 bis 1912 ab 1912